Alles auf Anfang

Monate nicht gebloggt, eingeloggt, WordPress zerschossen.

Ich frage mich schon lange, ob ich diesen Blog noch behalten will, habe ich doch schon seit Jahren keine Zeit mehr regelmäßig zu schreiben und oftmals gehen mir auch schlicht die Themen aus: Als ich vor fast 15 Jahren vegan wurde, war ‚vegan‘ noch nicht in aller Munde – das Internet war ein Rückzugsort und die Möglichkeit mit den wenigen Gleichgesinnten in Verbindung zu treten, über die Alltäglichkeiten des Veganerlebens zu berichten und sich dabei den Frust von der Seele zu schreiben.

Mittlerweile ist das anders.

Veganer finde ich nun sogar in meinem Bekanntenkreis zur Genüge und selbst im bayerischen Biergarten mustert einen die Bedienung nur noch heimlich, wenn man das vegan ausgepriesene Gericht von der Karte bestellt.

Wir sind im Mainstream angekommen.

Man muss Neuveganern keinen Mut mehr machen, ich muss mir aber auch keinen Frust mehr von der Seele schreiben, wenn im Bekanntenkreis mal wieder jemand das Bullshit-Bingo auspackt. Mittlerweile habe ich alles schon gehört, alles schon gesehen, keiner der Witze überrascht mich noch und die ständig wachsende vegane Angebotspalette ist längst kein Grund mehr zu überbordender Freude, sondern Normalität.

Noch vor ein paar Jahren war die Ankündigung eines neuen veganen Produkts fast allen Veggie-Bloggern eine Ankündigung wert: Ein neues Gesichtswasser, eine vegane Milchschokolade oder eine aufschlagbare Sahne verursachten ein Rauschen im digitalen Amateur-Blätterwald. Mittlerweile muss man aber nicht mal mehr das weit abgelegene Reformhaus aufsuchen oder extra zum Biosupermarkt fahren, selbst der Discounter um die Ecke hat die gängigsten Milchalternativen und Aufstriche.

Wozu also noch ein Vegan-Blog?

Das Internet ist voll von Veganblogs, es wäre vermessen zu meinen, dass es noch einen braucht, dass zum Thema ‚Vegan‘ nicht schon von den führenden Medien alles gesagt wird oder sogar worden ist. es benötigt niemanden, der den dritten Artikel über irgendeinen Zeitungsartikel schreibt oder eine neue Publikation vorstellt.

Ein Blog – so auch dieser hier – dient vor allem demjenigen, der dahinter steckt. Ich hatte in den vergangenen Jahren viel Spaß mit meinen Teilnahmen am VeganMoFo und damit mit manchen Frust von der Seele zu schreiben. Manche Projekte habe ich gestartet und wieder aufgegeben und allerhand interessante Bekanntschaften gemacht. Ich will meinen Blog vor allem als persönliches Schreibprojekt erhalten – ich werde auch in Zukunft nicht oft hier posten, ich habe kein Interesse daran meinen Blog zu monetarisieren und erst recht nicht langfristige Kooperationen einzugehen. Aber ich glaube, dass die Bloglandschaft eines leisten kann: Sie kann individuelle Perspektiven abbilden und zu Diskussionen und Reflexionen anregen.

Das kann ich sein: Eine Stimme, eine Perspektive.

 

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